Der unfreiwillige Schweiz-Aufenthalt nimmt grössere Dimensionen an, als ich für möglich hielt. Als ich aus Panama abreiste, war die Welt mehr oder weniger noch in Ordnung. Zwar wurde man schon über das Corona-Virus informiert. Aber weder in Panama noch in der Schweiz war es ein grosses Thema. Ich rechnete damit, dass ich noch in Ruhe meine Dinge erledigen und wieder nach Panama zurückkehren könnte. 

Während ich noch auf der Reise war, wurden die ersten Verhaltens-Regeln veröffentlicht. Die beinhalteten unter anderem das Abstand halten. Dies war mit ein Grund, warum ich so schnell wie möglich einen Termin bei einer Bank anstrebte. Was würde als Nächstes folgen?

Ein paar Tage nach meiner Ankunft in der Schweiz vernahm ich plötzlich aus Panama, Europäer dürften nicht mehr einreisen. Na toll! Zuerst bin ich widerwillig in die Schweiz gereist, nun wird auch mein Aufenthalt wohl unfreiwillig verlängert. Dann wurde die Meldung insofern angepasst und spezifiziert, dass dieses Einreiseverbot nur für Touristen gilt. Ich bin offiziell keine Touristin mehr, also wäre eine Einreise nach wie vor möglich. Allerdings müsste ich mich nach Ankunft in eine 14tägige Quarantäne begeben.

Kurz darauf wurden in der Schweiz meine ersten Überraschungsbesuche aus verständlichen Gründen abgesagt. Ich hoffte darauf, dass ich wenigstens noch meine geplanten Dinge erledigen könnte. Es ging aber Schlag auf Schlag weiter und ich musste die Hoffnung schnell begraben. Die schweizer Regierung ordnete die Schliessung vieler Geschäfte an und forderte die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. Somit sind mir meine Hände gebunden und ich werde wohl kaum etwas erledigen können.

Während ich auf die Bankunterlagen warte, erhalte ich auch immer wieder Nachrichten aus Panama. Jeden Tag kommen mehr Restriktionen dazu. Die Anwaltskanzlei informierte, dass die Einwanderungsbehörde die Türen schliesst. Man halte mich über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden. Das betrifft mich im Moment noch nicht wirklich. Auch die schweizer Botschaft in Costa Rica sendet regelmässige Updates für Panama. Das Konsulat in Panama ist in der Zwischenzeit auf Anordnung und bis auf Weiteres geschlossen.

Plötzlich bleiben auch in Panama die Geschäfte geschlossen, die keine Lebensmittel verkaufen. Die Regierung verordnete eine nächtliche Ausgangssperre zwischen neun Uhr abends und fünf Uhr früh. Einige Orte in Panama haben noch restriktivere Ausgangssperren eingeführt. In der Schweiz ist das zu Hause bleiben immer noch eine Empfehlung. Anscheinend wird man in Panama aber tagsüber auf den Strassen kontrolliert. Viele Einwohner rüsten sich nun mit irgendwelchen Rechnungen aus, die belegen, wo sie wohnen. Im Falle einer Kontrolle weist man damit nach, dass man sich in seiner eigenen Nachbarschaft aufhält.

Panama’s Regierung denkt über den Hausarrest nach. Die Regierung entschied aber bereits, wie das Vorgehen ist. Massgebend ist die letzte Nummer der Cédula (Personalausweis) oder dem Pass. Mein Pass endet mit einer 9. Daher würde ich zur Gruppe von 9 Uhr morgens gehören. Einkaufen dürfte ich somit von 8.30 bis 10.30 Uhr. Menschen über 60 dürfen ihre Einkäufe von 11 bis 13 Uhr erledigen. Es ist wohl eine Frage der Zeit, bis man in Panama zu Hause bleiben muss.

Seit meiner Ankunft am 4. März 2020 hatte ich immer die leise Hoffnung, irgendwie bald wieder nach Panama zu kommen. Gute zwei Wochen später zerschlugen sich meine Hoffnungen endgültig. Panama’s Flughafen ist seit dem 22. März 2020 für 30 Tage geschlossen. Somit stecke ich nun wirklich in der Schweiz fest. Ausser ich würde sonst irgendwie noch einen Weg finden, nach Panama zu kommen.

Meine Blog-Einträge entstehen meist über mehrere Tage. Diesen Eintrag musste ich diverse Male anpassen, weil sich die Situation immer wieder änderte. Dies ist der Stand von heute. Morgen kann es schon wieder anders sein.

In dem Sinne, passt auf Euch auf und bleibt zu Hause!

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