In meinem letzten Eintrag “Arbeitssituation” schilderte ich die Situation, die mich schlussendlich über das weitere Vorgehen entscheiden liess. Ich bleibe vorläufig in Panama und beantrage die Aufenthaltsbewilligung.

Die Voraussetzungen

Panama macht es Ausländern sehr einfach, das sogenannte “Friendly Nations Visa” (Aufenthaltsbewilligung) zu beantragen. Zu den “Friendly Nations” gehören zirka 50 Länder, die meisten europäischen Länder sind dabei. Besitzt man die Nationalität eines dieser Länder, profitiert man von erleichterten Bestimmungen.

Pensionäre müssen gerade mal ein monatliches Einkommen von 1’000 Dollar nachweisen. Dies ist die einzige Voraussetzung. Da ich noch keine Rentnerin bin, sind die Anforderungen etwas höher.

Ich habe drei Möglichkeiten:

  • Einen Arbeitsvertrag vorweisen oder
  • Immobilien im Wert von mindestens 10’000 Dollar besitzen oder
  • Eine Firma gründen

Zusätzlich benötige ich ein Bankkonto in Panama, auf dem sich zur Zeit der Beantragung für das Visum mindestens 5’000 Dollar befinden.

Das ist alles.

Meine Entscheidung

Lange hoffte ich darauf, ich könne den Weg mit dem Arbeitsvertrag gehen. Nachdem mir die Anwaltsanzlei mitteilte, eine Arbeitsbewilligung könne bis zu einem Jahr benötigen, entschied ich mich gegen diese Variante. Stattdessen werde ich das Visum über meine eigene Firma beantragen. Es ist etwas kostenintensiver, aber ich bin von keinem Arbeitgeber abhängig. Schlussendlich tickt die Uhr. Als Tourist darf ich nur noch bis Ende Februar im Land bleiben. In den Gesprächen mit anderen Expats erfahre ich immer wieder, dass sie den Weg der eigenen Firma bevorzugen. Ich traf in keinem Land so viele Menschen, die auf eigene Rechnung arbeiten!

Ich fand im Nachhinein heraus, dass ich die Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung nicht parallel beantragen kann. Das verlängert den Prozess und begründet das genannte Jahr. Die definitive Aufenthaltsbewilligung erhält man offiziell spätestens nach sechs Monaten. Die Kanzlei meinte allerdings, die durchschnittliche Wartezeit liege eher bei drei bis vier Monaten. Erst danach kann ich die Arbeitsbewilligung beantragen, die natürlich noch einmal Zeit benötigt. 

Allerdings ist eine Arbeitsbewilligung für mich nur dann notwendig, wenn ich mich anstellen lasse oder lokale Kunden habe. Dann muss ich sogar eine Arbeitsbewilligung für meine eigene Firma beantragen. Beschränke ich mich aber auf Online-Arbeit und beziehe das Einkommen aus dem Ausland, dann benötige ich keine Arbeitsbewilligung. Viele Expats, die ich hier treffe, sind dementsprechend im digitalen Geschäft zu Hause. Denn diese Art von Arbeit ist zudem auch noch steuerfrei. 

Mir persönlich nimmt dieser Weg den Zeitdruck. Ich kann in Ruhe eine Entscheidung treffen, was ich in Zukunft machen kann und will. Pläne und Ideen sind da. Firmen sind vielleicht eher bereit, nur noch auf die Arbeitsbewilligung zu warten, wie wenn auch noch die Aufenthaltsbewilligung dran hängt. 

Mit der panamaischen Aufenthaltsbewilligung steht mir immer noch die Option offen, eine Anstellung im Ausland anzunehmen. Die einzige Auflage des Visums ist, dass man sich alle zwei Jahre mindestens ein paar Tage im Land aufhält. Solange ich auf dem amerikanischen Kontinent bin, habe ich somit eine Anlaufstelle, ohne gleich nach Europa reisen zu müssen.

Dies sind schlussendlich die Fakten und Grundlagen, warum ich mich für die eigene Firma entschied. Ich bin so unabhängig von Arbeitgebern. Benötige ich in Zukunft meine Firma, gut, wenn nicht, kann ich die wieder auflösen. Während der Antrag auf die definitive Aufenthaltsbewilligung läuft, muss ich nicht einmal das Land verlassen. Sobald ich in Besitz der permanenten Aufenthaltsbewilligung bin, muss ich keine weiteren Auflagen erfüllen. Es wird (noch) nicht einmal kontrolliert, wie ich meinen Lebensunterhalt bestreite.

Gewisse Einträge auf Facebook lassen erahnen, dass ich den Prozess bereits im Dezember ins Rollen brachte. Ich werde in naher Zukunft etwas ausführlichere Beiträge darüber veröffentlichen.

2 thoughts on “Die Entscheidung”

  1. Es ist dir definitiv nicht langweilig. Ich hatte schon Angst, du musst den ganzen Tag deinen Astralkörper pflegen und weisst nicht, was du anstellen sollst.

    1. Ich wünsche mir manchmal, es wäre langweilig! Irgendwie stehe ich gerade unter Dauer-Strom. Den Astralkörper pflege ich zur Zeit nur, wenn ich zum Pool fliehe, damit ich hoffentlich ein paar Minuten abschalten kann.

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